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Neues aus den Vereinen  

Josef Ort vom TSV Bad Königshofen erhält den BLSV-Ehrenamtspreis

Auszeichnung für den langjährigen Funktionär und Trainer/Aufschwung des Vereins hautnah miterlebt

Von links: Joachim Herrmann (Staatsminister des Innern, für Sport und Integration), Claus Niederalt (Präsident Lotto Bayern), Josef Ort, Eva Gottstein (Beauftragte für das Ehrenamt der Bayerischen Staatsregierung), Günther Jackl (BLSV-Bezirksvorsitzender Unterfranken) und Jörg Ammon (BLSV-Präsident) Fotos: Wolfram Murr

Josef Ort wurde jüngst mit dem Ehrenamtspreis 2021 vom BSLV (Bayerischer Landessportverband) ausgezeichnet. Bei TSV Bad Königshofen bekleidet er verschiedene Funktionen. Kassierer und Trainer ist er weiterhin, das Amt des Abteilungsleiters hat er inzwischen abgegeben.

Als 13-Jähriger begann er mit dem Tischtennis spielen, die Spielberechtigung des heute 61-Jährigen datiert vom 28. Juli 1975. Die Kumpels aus der Clique spielten damals wie er alle Fußball, Reinhold Schäfer lotste sie damals zum Tischtennis. Ort wurde unterfränkischer Meister im Herren-Einzel, als Spieler schaffte er es mit dem TSV bis in die Bayernliga. Weil ihm schon mit Anfang 20 die Hüfte (inzwischen hat er eine neue) Probleme bereitete, ließ er den Sport etwas langsamer angehen. Der Trainingsumfang wurde etwas reduziert und andere Sportarten nicht mehr ausgeübt. Trotzdem war Ort weiterhin Spieler der ersten Tischtennis-Mannschaft des TSV Bad Königshofen.

Schon fünf Auszeichnungen als Schiedsrichter

Nebenbei machte er den Schiedsrichterschein, weil der Verein keine Unparteiische hatte und damals noch eine Strafe fällig wurde. Seit 1982 ist er Schiedsrichter und wurde in dieser Funktion schon fünfmal geehrt, zuletzt vor zehn Jahren mit dem Schiedsrichterkrug für 30 Jahre. Meistens hatte er wohnortnahe Einsätze, inzwischen ist er nur noch sporadisch im Einsatz. 1993 folgte die C-Lizenz, drei Jahre später kam der Sohn auf die Welt.

Anfang der 2000er trainierte er Kilian, der Teil des Bundesligakaders ist und hinter Vereinskamerad Bastian Steger auf Rang zwei der bayerischen Rangliste mit einem Q-TTR von 2444 steht. Der Filius begann als Siebenjähriger das Tischtennis spielen. „Es war leicht mit ihm, auch im Fußball und Laufen war Kilian sehr gut“, erinnert sich Ort. Als der Sprössling für Lehrgänge eingeladen wurde, entschied sich Kilian für das Tischtennis.

Den Aufschwung bis zur Bundesliga hautnah miterlebt

Sein Sohn und Christoph Schüller gehörten zu den Protagonisten des steilen Aufstiegs, der zunächst 2008/09 von der Landesliga Nord-West über die Bayernliga in die Oberliga Bayern führte. Ehe 2011/12 mit 18 Siegen in 18 Spielen ein weiterer Aufstieg gelang und der Durchmarsch schnurstracks in die 2. Bundesliga gelang. Doch das Ende der Fahnenstange war noch nicht erreicht: Seit 2017/18 spielt der TSV Bad Königshofen sogar in der deutschen Eliteliga. Zusammen mit Geschäftsführer Andreas Albert begleitete Ort diesen Höhenflug. Andreas hat immer wieder die Mannschaft verstärkt. Er ist gut vernetzt und die Sponsoren wissen die Arbeit des Vereins für den Tischtennissport mit dem Aushängeschild der 1. Mannschaft zu würdigen. Sein Herzblut hängt am Tischtennis“, lobt Ort seinen Vereinskollegen.

Ort würde gerne etwas kürzertreten, aber mangels Nachfolger ist er weiterhin im Hauptverein für die Mitgliederverwaltung zuständig und als Kassierer im Einsatz, wofür er aufgrund seines Berufes – Ort arbeitet bei der Sparkasse Bad Neustadt und befindet sich in Altersteilzeit – geradezu prädestiniert ist. Nicht zu vergessen seine Funktion im Organisationskernteam bei den Heimspielen. „Ich frage immer wieder im Vorstand nach, ob jemand meine Posten will, denn ich werde auch nicht jünger.“ Abteilungsleiter ist er immerhin nicht mehr (Thorsten Büttner heißt seit Ende 2020 der Nachfolger), wie lange er es war, weiß er nicht mehr. Wir können ihm auf die Sprünge helfen: mehr als 35 Jahre!

160-Jahr-Feier: Kassierer und Trainer in Personalunion

Zuletzt wurde die 160-jährige Bestehen des Hauptvereins mit einer großen Feier nachgeholt, da war Ort vier Tage im Dauereinsatz. Einerseits kümmerte er sich um das Finanzielle, andererseits brachte er interessierten Kindern das Tischtennis spielen bei. „Es macht Spaß sich für Kinder zu engagieren, die willig sind. Ich möchte damit dem Verein etwas zurückgeben. Die heutige Generation von Kindern kann mit dem Ball weniger anfangen, ich musste viele Kinderhände halten“, schildert er seine Eindrücke vom Jubiläum. Heißt übersetzt: die motorischen Fähigkeiten des Nachwuchses sind im Zeitalter von Playstation & Co. nicht mehr mit denen von früher zu vergleichen. 

Auf seine Ehrung durch den BLSV angesprochen, gibt sich Ort ganz bescheiden: „Ich bin einer von vielen, die sich so engagieren. Ich bin mir sicher, die hätten auch 50 andere im Bezirk Unterfranken gefunden.“ Das mag womöglich stimmen. Aber sicherlich keinen mit einer solch bescheidenen Art.

Josef Ort (hintere Reihe, Dritter von links) auf der Tribüne des Münchner Olympiastadion im Kreise aller Geehrten.

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